Garteneisenbahn

Es ist mittlerweile gut 12 Jahre her (Stand 2014), dass ich die Gartenbahn-Anlage im Garten meines Elternhauses in Betrieb hatte. Seit dem stand die Anlage still und oxidierte sprichwörtlich vor sich hin. Im Winter 2014/15 überkam mich der Tatendrang die Anlage wieder zu rekultivieren. Hier ein paar Impressionen aus dem Frühjahr 2015, als die Anlage das erste mal seit 12 Jahren wieder (zumindest Teilweise) wieder in Betrieb ging.

 

Weitere Themen zur Gartenbahn:

- Playmobil Diesellok Umbau

- Fahrtrichtungsumschaltung für analoge Loks

- Beleuchtung der Personenwagen & Zug-Stromversorgung (in Planung)

 

Instandsetzung der Anlage nach jahrelanger Inaktivität:

Die Anlage umfasst insgesamt so etwas um die 120m Gleisstrecke. Ungefähr 130 Schienenstöße (also ca. 260 Schienenverbinder) der LGB-Gleise sind marode, verdreckt und verbogen und müssen dringend erneuert bzw. ersetzt werden. Da ich früher schon immer Probleme mit den Schienenverbindungen und damit einhergehender mangelnder Stromversorgung für die Loks hatte, entschied ich mich für das Verlöten der Gleisstücke zu handlichen 3-4m Segmenten. Die größeren Segmente werden dann mit speziellen Schraub-Gleisverbindern aus Messing zusammengeführt, womit die Anlage später auch leicht gewartet werden kann.

Verlöten der Gleiserbindungen:

Man kann sich vorstellen, dass das Verlöten der Schienenverbindungen ziemlich aufwendig ist. Die betagten Gleise sind durch UV-Strahlung und andere Umwelteinflüsse stark oxidiert und haben die typische, dunkle Messing-Oxidschicht aufgebaut. Diese Oxidschicht muss runter, um die Gleise verlöten zu können. Also heisst es: Feile ansetzen!

Lötstelle und Schienenverbinder

Zum Verlöten nutze ich einen 300W Lötkolben "Made in GDR". Das Teil hat eine sehr hohe Wärmekapazität, so dass man damit die gut wärmeleitenden Messing-Schienen sehr leicht und schnell zu löten vermag. Anders als in vielen Gartenbahn-Foren empfohlen, verlöte ich die Schienenverbinder direkt. Das hat den Vorteil, dass die Gleise später wirklich perfekt auf dem Gleisbett liegen (in meinem Falle: Gleisbett = Mähfix Rasenkantensteine) und die 3-4m langen Segmente ohne weiteres auch mal von der Anlage genommen werden können, ohne die Verbinder zu strapazieren.

zewi miteinander verlötete Weichen

Die Lötstellen habe ich mit etwas Klarlack gegen unnötige Korrosion versiegelt. Notwendig ist dies nicht unbedingt, jedoch kann es bei dauerhafter Feurchtigkeit an den Lötstellen zum elektrolytischen Auslösung des Zinns kommen, wodurch die Lötstellen brüchig werden und das Messing angegriffen wird. An einige Gleissegmente wurden gleich noch Anschlussleitungen angelötet um den Fahrtregler anzuschließen. Die Anlage ist und wird auf analogen Betrieb ausgerichtet bleiben. Daher sind ein paar Gleissegmente teilweise isoliert bzw. zuschaltbar, um doch mal mehrere Züge gleichzeitig fahren lassen und diese separat anhalten zu können.

Lötverbindung

 

Elektrische Weichenantriebe:

Wie schon erwähnt, ist und bleibt die Anlage auf Analogbetrieb ausgerichtet. Auch weil die digitalen Zusatzelemente für Spur G extrem teuer sind. Angefangen von Lok-Decodern bis Weichenantrieben ist das ein echt teures Hobby. Mir geht es daher primär um den Erhalt und die Nutzung der Anlage im herkömmlichen Sinne. Einige elektrische Weichenantriebe waren bereits vorhanden, jedoch nie richtig in Betrieb. Nachdem diese über ein Jahrzehnt im Freien und teilweise zugewachsen in ständiger Feuchtigkeit lagen, war deren Funktion kaum noch gegeben. Ein Blick ins innere der Antriebe zeigt starke Korrosion und Verschmutzung.

oxidiert und verdreckt...

und noch mehr Dreck...

Die vorhandenen elektrischen Antriebe wurden also komplett demontiert, gereinigt, ausreichend geölt und wieder zusammengebaut. Nun laufen die wieder sehr zuverlässig. Damit das so bleibt, habe ich mir ein paar Abdeckhauben bzw. Gehäuse für die Weichenantriebe mittels 3D-Drucker gedruckt. Wenn die Anlage nicht benutzt wird, werden die Antriebe einfach mit den Abdeckungen gegen Feuchtigkeit und Verschmutzung geschützt.

Da ich nur wenige elektrische Stellantriebe besitze, werden nur die wichtigsten Weichen damit bestückt, um eventuell einen Mehrzugbetrieb zu ermöglichen. Durch die Teichanlage, um welche die LGB-Anlage gebaut ist, erbegen sich 2 Gleisabschnitte, die bei eventuellen Mehrzugbetrieb von allen Zügen immer durchfahren werden müssen. Traditionell fahren die Züge immer im Uhrzeigersinn die Gleisanlage ab, damit ist klar welche Weichen elektrische Antriebe erhalten und welche vom Zug "aufgefahren" werden können.

 

Stellpult für Weichen und Fahrtregler:

// das kommt vielleicht im nächsten Winter...